Fifty shades of Grey

Ach ja, nun war ich doch ins Kino und habe mir angesehen wie Hollywood sich denn eine BDSM Beziehung so vorstellt. Nun vorab erst mal, ich habe damals auch die Bücher gelesen und fand sie grausam. Ich will jetzt nicht wirklich auf dieser „Haters“ Schiene fahren und lasse mal den Inhalt was richtiger BDSM ist und was nicht, außer Acht. Ich fand das Buch wegen des Schreibstils unglaublich schlecht und die Charaktere waren mehr als unsymphatisch. Die ständigen Wiederholungen gingen mir wahnsinnig auf den Geist und ich konnte den Hype nie so wirklich verstehen. Ich hätte die Bücher auch nie gekauft aber da ich sie umsonst bekommen habe, tat ich mir dieses zweifelhafte Lesevergnügen an. Nun ja somit ging ich mit einer sehr geringen Ewartungshaltung ins Kino und muss sagen dass der Film nicht so schlecht war wie erwartet. Aber gut fand ich ihn  auch nicht. Ich habe während des Films oft geschmunzelt und besonders der Charakter der Anastasia fand ich persönlich viel symphatischer als im Buch. Man muss sich im Film  natürlich auch nicht mit den Begriffen wie „innere Göttin“ oder dem „Unterbewusstsein“ auseinander setzen was den Film auch wesentlich erträglicher macht. Nun ja, mit 2 Stunden fand ich ihn dann doch etwas lang und zwischendurch kam bei mir trotzdem immer mal wieder Langweile auf. Die Darstellung des Christian fand ich leider zimlich schlecht, da er ständig durchblicken ließ dass er sich, mit dem was er da macht, nicht wohlfühlt. Als er anfing mit den Seilen zu hantieren wusste man dann endgültig dass er keine Lust hatte sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Es ist vollkommen klar dass diese Geschichte keine D/s Beziehung zeigt und auch das Grundprinzip Sane, Safe, Consensual nicht aufgreift. Doch was man in der letzen Zeit so liest, sei es in Facebook Gruppen oder in diversen Foren, dies sei Mißbrauch und dass nun alle Damen dieser Welt wohl auf Dumm Doms reinfallen werden oder dass die Emanzipation der Frau in Gefahr ist, ist doch etwas sehr weit hergeholt. Die Leute die durch diesen Film eine neue Leidenschaft entdecken oder sich einfach nur  ein bisschen Abwechslung im Bett wünschen, werden bestimmt etwas weiter recherchieren und dann auch die Informationen finden die sie brauchen. Jeder hat mal angefangen, und bestimmt auch welche die über Filme oder Romane auf das Thema gestoßen sind. Ich persönlich würde noch immer den Film The Secretary empfehlen aber über Kurz oder Lang stolpert man wahrscheinlich sowieso über den. Besonders in Foren wird immer wieder Die Geschicht der O hoch gelobt, dazu muss ich sagen ich habe es vor einigen Jahren gelesen und war gar nicht so begeistert und fand es auch nicht unbedingt  sehr gesund, jedenfalls finde ich Fifty Shades nicht schlimmer. Wie auch immer, auch wenn Fifty Shades mich wahrlich nicht vom Hocker gehauen hat, kann ich ihm dennoch 2 positive Sachen abgewinnen; erstens über das Tabu Thema BDSM wird in der Öffentlichkeit gesprochen und auch mehr akzeptiert. Ich persönlich finde dass toll,erst seit dem Film konnte ich mich auch mal über BDSM unterhalten ohne mich gleich zu outen. Zweitens schafft es der Film das Thema aus der Schmuddelecke zu kriegen, auch die Ästhetik die der Film mit sich bringt gefällt mir gut. Ich sage nur Red Room, der sieht wirklich sehr ansprechend aus. Ich frage mich sowieso, wieso man sich so sehr über die falsche Darstellung von BDSM aufregen kann, wenn jede RTL 2 Reportage das doch noch tausend Mal besser kann. Es werden meist männerhassende Dominas gezeigt, die in einem versifften Keller-Dungeon, dem Geschäftsmann die Gummisaumaske überziehen und ihn mal so richtig runterputzen.Oder Meister Peitsche stellt seine Sklavin nach Feierabend noch mal kurz ans Kreuz und läßt sich dann das Butterbrot schmieren. Diese Darstellung finde ich weitaus schlimmer weil es in keins der Weise zeigt dass BDSM was mit Vertrauen, Hingabe und Liebe zu tun haben kann, und jetzt echt mal, warum zum Teufel ist alles immer nur dreckig und versifft? Naja das nur mal nebenbei.                                                                     Fazit also; den Film kann man sehen, muss man aber nicht.

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